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Von Bolivien nach Chile und Peru und zurück nach Bolivien

  • Autorenbild: ubachofner
    ubachofner
  • vor 2 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Nach Tupiza ging’s wieder zurück nach Uyuni wo wir uns auf einem Hotelparkplatz einquartierten. Da wir dank Elon Musk immer in Kontakt mit unseren Freunden Christine und Stefan waren wussten wir, dass die beiden einige Tage in San Pedro de Atacama in Chile verbringen werden. Also entschlossen wir uns spontan, den beiden einen Überraschungsbesuch abzustatten und nahmen die kleine Lagunenroute nach Chile unter die Räder. Die 500 Km sollten wir in 2 Tagen locker schaffen und am gleichen Tag schon erreichten wir Ollagüe, die Grenze von Bolivien nach Chile. Der Grenzübertritt schafften wir in knapp 2 Stunden und kurz nach der Grenze fanden wir ein paar km abseits der Haupstrasse einen wunderschönen Übernachtungsplatz an einer Lagune mit Aussicht auf Vulkane. Eine warme Quelle lud zum Bade, aber mit etwa 20 Grad Wassertemperatur nicht sonderlich warm aber trotzdem angenehm.



Nach einer herrlich kühlen und absolut stillen Nacht mit wunderbarem Sternenhimmel erreichten wir schließlich San Pedro de Atacama und fanden den Toyo von Christine und Stefan auf einem Parkplatz vor und kurz darauf haben wir die beiden in einem Café an der Plaza gefunden. Die Überraschung war gelungen, die Freude beiderseits war gross und wir verbrachten einige coole Tage zusammen. Über den Tatio Pass und die Geysire von El Tatio, das auf 4300 Meter gelegene höchste Geysirfeld der Welt fuhren wir gemeinsam über wunderschöne Pisten, vorbei an schönen Lagunen mit Flamingos bis nach Calama, wo sich unsere Wege wieder trennten. Stefan und Christine fahren weiter südwärts während wir weiter nördlich fuhren in Richtung Peru. Immer entlang der Küste erreichten wir schliesslich Arica, die Grenzstadt zu Peru. Auf dem Weg dahin besuchten wir noch eine stillgelegte Salpetermine, die in ein ansprechendes Museum gewandelt wurde. Es muss unglaublich hart gewesen sein, in dieser Lebensfeindlichen Umgebung zu arbeiten. In Arica traffen wir Edy und Brigitte, die wir schon im letzten Jahr im südlichen Chile getroffen haben. Gemeinsam verbrachten wir 2 Nächte in Arica und beschlossen, gemeinsam in Peru einzureisen. Das Grenzprozedere war entgegen der Erwartung eine Sache für sich, 3 1/2 Stunden dauerte es, bis wir die Einreisepapiere für den Toyo hatten. Eine völlig überforderte und mit Inkompetenzen allererster Güte gesegnete Beamtin verwechselte auf der Apostille das Ausstellungsdatum mit dem Gültigkeitsdatum und wollte uns erst nicht einreisen lassen. Kommt Zeit kommt Chef, der uns dann die notwendigen Papiere ausstellte und so konnten wir schlussendlich doch in Peru einreisen. Gemeinsam mit Edy und Brigitte fuhren wir weiter der Küste entlang und fanden einen schönen Stellplatz an der Küste, wo wir einen lässigen Abend verbrachten. Unser Weg führte uns weiter nach Arequipa, immer schön der spektakulären Küste entlang mit schönen wilden Stellplätzen. In der Stadt des ewigen Frühlings, oder auch die weisse Stadt genannt,, werden wir nun einige Tage verbringen um uns wieder auf die kommenden Höhen von 5000 Meter vozubereiten, bzw. Aklimatisieren werden.



Was uns aufgefallen ist: Es hat schon in Chile sehr viel Müll an den Strassen und mitten in der Wüste gehabt, aber Peru toppt alles. Unglaublich wie vermüllt alles ist, ausserhalb der Städte existiert vermutlich kein Müllabfuhr, alles wird einfach an den Strassenrand gekippt. Schade! Aber Arequipa ist eine wunderschöne Stadt, zahlreiche Kolonialgebäude aus weissem Tuffstein prägen das Bild der Altstadt. Höhepunkt ist aber das Kloster Santa Catalina aus dem 15. Jahrhundert, das in den besten Jahren bis zu 150 Nonnen beherbergte. Ein grosser Teil des Klosters ist in ein Museum umgewandelt worden, welches eindrücklich zeigt wie die Damen seinerzeit gelebt haben. Zahlreiche Restaurants in allen Preisklassen sind in der Altstadt zu finden wie auch Souvenierläden und insbesondere Shops, die Klamotten aus Alpakawolle feilbieten. Was wir auch noch gefunden haben war ein Hutmacher, der unter anderem auch Panamahüte herstellt. Was hat jetzt Panama mit Peru zu tun fragt sich der geneigte Leser, eine Recherche ergab jedoch, dass das feine Stroh aus welchem die edlen Kopfbedeckungen geflochten werden, hauptsächlich aus Equador und Peru stammt. Also haben wir uns 2 der Hüte auf unsere Häupter anpassen und mit edlen Hutbändern verzieren lassen. In der Altstadt finden sich auch zahlreiche Restaurants aller Preisklassen, zusammen mit Edy und Brigitte, die 2 Tage später auch hier eintrafen, genossen wir ein feines Dinner im ZikZak, welches von einem Schweizer geführt wird und neben anderen Gerichten auch eine hervorragende Fleischküche mit Alpaca, Rind und Lamm anbietet.



Auf dem Weg zum Titicacasee nahmen wir einen Umweg in Kauf und besuchten den tollen Colca Canyon, eine der tiefsten Schluchten (3200M) der Welt mit atemberaubenden Landschaften. Dazu mussten wir aber wieder einmal einen hohen Pass überqueren, mit 4923 Meter ü.M. bedeutete dies einen neuen Höhenrekord für Mensch und Maschine. Nach fast 3 Monaten Camping beschlossen wir, uns in einem Hotel einzuquartieren und etwas Ferien von den Ferien zu machen. Ein tolles Hotel in Chivay mit eigenen Thermalbäder war für 3 Tage unsere Basis und von dort aus besuchten wir die Highlights des Canyon. Die Landschaft war wirklich atemberaubend, das Tal ist enorm fruchtbar und die terrassierten Felder zeugten von jahrhundertealter Kultur. Am Cruz del Condor sollen sich Condore zeigen und tatsächlich haben wir einige der majestätischen Riesenvögel zu Gesicht bekommen, einer flog sogar ganz nahe am Toyo vorbei. Leider ging’s zu schnell für gute Fotos, schade. Nach den entspannten 3 Tagen ging es weiter, wir mussten dazu wieder den Pass mit seinen 4923 Meter überqueren. Da der Toyo etwas gestottert hat, was auf unzureichende Dieselzufuhr hindeutete, liessen wir bei einem Mechaniker noch den Dieselfilter tauschen, tatsächlich war der ziemlich verschmutzt, was auf die mangelhafte Dieselqualität in Bolivien zurückzuführen war, Sicherheitshalber haben wir noch einige Liter Diesel aus dem Tank abgelassen, auch hier waren doch erhebliche Schmutzpartikel zu finden. Die 180km nach Puna am Titicacasee waren etwas mühsam, viel Verkehr mit Lastwagen und eine ausgesprochen löchrige Asphaltpiste schüttelte uns kräftig durch. Schlussendlich erreichten wir doch noch Puna und fanden einen schönen Camping direkt am See, der an ein 4* Hotel angegliedert ist.


Leider hat sich das Wetter verschlechtert, regnerisch und kühle Bedingungen herrschten, an eine Bootstour zu den schwimmenden Inseln der Uros war nicht zu denken. Stattdessen gönnten wir uns ein feines Weihnachtsdinner in dem schönen Hotel. Nach einer weiteren regnerischen Nacht zog es unser weiter in Richtung Copacabana, das schöne Dörfchen liegt nun wieder in Bolivien, der Grenzübertritt war in nicht einmal einer halben Stunde erledigt und kurz darauf waren wir auch schon in Copacabana auf einem schönen Campingplatz wiederum direkt am Titicacasee. Dort traffen wir auch Moni und Emanuel, mit den beiden waren wir schon länger elektronisch in Kontakt und nun hat es doch für ein Treffen gereicht. Copacabana ist ein hübsches Städtchen, ziemlich touristisch aber schön. Eine wunderschöne Basilika, die zwischen 1601 und 1619 im Renaisancestil errichtet wurde ist ein wichtiges Pilgerzentrum für Peruaner und Bolivianer. Täglich finden hier auch Autosegnungen statt, ein Priester beträufelt die buntgeschmückten Autos sowie die Insassen mit geheiligten Wasser und murmelt irgendwelche Sprüche dazu. Anschliessend werden die Autos mit Bier, Cola und Champagner (oder so ähnlich) von allen Seiten bespritzt. Nun sollte eine Pannen- und Unfallfreie Fahrt jederzeit gewährleistet sein und alle machen sich vondannen. Wir haben uns auch überlegt, den Toyo segnen zu lassen aber habens dann doch sein lassen. Was wir jedoch 2x genossen haben sind die herrlichen Forellen aus dem See. Nach 3 Tagen war es wieder Zeit, uns auf dem Weg in Richtung La Paz zu machen. Wir verabschiedeten uns von unseren Bündner Freunden, die sich weiter nordwärts in Richtung Equador bewegen werden. La Paz erreichten wir nach 4 Stunden fahren, eine Fähre brachte uns über einen kleinen Arm des Titicacasees. Kurz vor El Alto durchfuhren wir ein massives Hagelgewitter, die Strasse war plötzlich sehr winterlich und mit 10cm Hagel bedeckt. El Alto liegt auf über 4000 Meter und gehörte bis 1985 als Statdteil zu La Paz. Mit einer knappen Million Einwohner ist El Alto nach Santa Cruz die zweitgrösste Stadt Boliviens, noch vor La Paz. In Sachen Verkehrschaos haben wir ja schon vieles erlebt, aber El Alto toppt alles. 30‘000 Minibusse, schrottreife Lastwagen verstopfen die Strassen, es wird um jeden Millimeter gekämpft. Rotlichter werden ignoriert oder als Empfehlung betrachtet, es stinkt nach Abgasen, wenn nicht innerhalb einer Zehntelsekunde losgefahren wird ertönt ein Hupkonzert. La Paz, das fast 1000 Meter tiefer liegt, erreichten wir dann nach einer 2 Stündigen nervenaufreibenden Fahrt und traffen völlig geschafft auf dem Camping Las Lomas ein. Am Titicacsee oben ist uns dummerweise die Dieselheizung ausgestiegen, vermutlich hat sie die Bolivianische Gülle, die hier als Diesel verkauft wird nicht goutiert und den Dienst quittiert. Super, auf 3600 Meter ist eine Heizung schon noch etwas feines, in einem Elektroshop haben wir einen kleinen Heizlüfter erstanden, so können wir wenigstens Heizen, wenn wir Landstrom zur Verfügung haben.



Hier in La Paz werden wir uns nun einige Tage aufhalten und die spezielle Stadt erkunden. Nebenbei werden wir wieder mal einen Service am Toyota machen und die Einspritzdüsen überholen. Wir wünschen allen einen guten Start ins 2026 und bis bald.

 
 
 

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