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Von Malawi nach Tansania

Insgesamt 3 Wochen haben wir nun in Malwai verbracht, ein wundeschönes und vielfältiges Land mit liebenswerten und sehr freundlichen Leuten. Vom Zomba Plateau fuhren wir in einer längeren Tagesetappe an den Lake Malawi, der mit 570km Länge und 80km Breite und max. 700m Tiefe der 9. Grösste Süsswasersee der Erde ist. Mehr als 400 verschiedene Fischarten, die meisten davon endemisch, sind im See zu finden. Bekannt ist der Malawisee auch bei Aquaristen oder wie die Aquarium Liebhaber auch heissen mögen, viele der Aquarium Fische stammen aus diesem See oder werden hier gezüchtet. Mehrere schöne Campsites befinden sich direkt am See, klares Wasser und angenehme Wassertemperaturen locken zum Bade, leider ist hier aber wie überall an stehenden Gewässern in Afrika die Bilharziose Gefahr vorhanden und man sollte sich vorsichtig verhalten und nicht in schlammigen oder bewachsenen Ufer ins Wasser begeben. Dort tummelt sich die Wasserschnecke, die diese Erreger ausscheidet. Im offenene Gewässer fern vom Ufer ist der See, um es mal mit Daniel Koch auszudrücken, absolut „bebadbar“. Unser Erstes Ziel am See war das Cape Maclear, eine etwas abgeschieden Gegend am südlichen Ende des Sees. Ein schönes Camp direkt am See fanden wir in Chembe, einem einfachen Fischerdorf. Der Camping hatte einen Katamaran, mit dem man für einige Dollars halb- oder ganztägige Ausflüge auf dem See unternehmen konnte. Unsere halbtägige Tour führte uns zu kleinen Inseln und wunderschöne Buchten, wo wir ausgiebig Schnorcheln konnten und die 1000enden von kleinen Buntbarschen in allen Farben bewundern konnten. Unser Guide hatte einige tote Fische mitgenommen und konnte damit Fischadler anlocken, eindrücklich wie die Adler die Fische im Flug aus dem Wasser picken. Die angesteuerte Insel ist ein Naturreservat, auch hier musste ein Obulus an die mit ihrem 15 PS Aussenborder angerasten Parkwächter entrichtet werden. Der nächste Stopp brachte uns an die Ngala Beach, ebenfalls ein idyllischer Platz direkt am Strand, diese Lodge oder Camping wird seit einigen Jahren von Dan aus England und Trish aus Zimbabwe geführt. Die beiden betreiben nicht nur die Lodge, sie engagieren sich auch sehr in der Dorfgemeinschaft. Beim Nachtessen, wir haben mal nicht selber gekocht, lernten wir 2 ältere Herren aus Deutschland kennen, die ein kleines, privates Hilfswerk leiten, welches ausschliesslich in dieser Region tätig ist. Gemäss ihren Aussagen kommen die Spendengelder zu 80% bei den Bedürftigen an und nicht nur 30% wie bei anderen Hilfswerken. Die beiden hatten auch einen Toyota, aber keinen neuen Landcruiser sondern einen RAV 4, den sie für 1500.- € gekauft hatten. Nach 3 Tagen zog es uns weiter nördlich, zuerst entlang dem See und dann in die Hügel durch riesige Gummiplantagen nach Mzuzu, wo wir unsere geschrumpften Vorräte in einem grossen Supermarkt ergänzen konnten. Die mit 25 Grad herrlich kühle Nacht verbrachten wir in dem Ort, bevor es wieder weiter an die Küste ging. In einem Camp unterhalb Livingstonia traffen wir auf Inge, Victor, Karola und Kay, die wir vor einigen Wochen in Zimbabwe getroffen hatten. Wir beschlossen, gemeinsam im Konvoi an die Grenze zu fahren.


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Das Prozedere an der Grenze war wieder typisch afrikanisch, nichts war angeschrieben und man musste sich durchfragen zu den diversen Schaltern, wo sich meist desinteressierte Beamte auf den Stühlen lümmelten und am Handy herumspielten. Zum Geldabheben, die Roadtax konnte nur in THS bezahlt werden, mussten wir zu Fuss illegalerweise schnell nach Tansania einreisen und wieder zurück nach Malawi, hat aber keinen der Uniformierten interessiert. Aber nach drei Stunden war auch dies erledigt und unser Ziel war Mbeya, die grösste Stadt im südlichen Tansania. Wir verabredeten uns mit den andern auf einer Kaffeefarm etwas ausserhalb Mbeyas‘s. Leider waren wir etwas spät dran, der Verkehr in Mbeya war wie in Mumbay mit unzähligen TukTuk‘s und stinkende Trucks. Unsere Navigationssoftware von Tracks4Afrika liess uns gewaltig im Stich und führte uns statt zu der Kaffeefarm auf üblen Wegen in die Hügel in ein kleines enges Dorf. Wir beschlossen umzukehren, da es bereits fast dunkel war, kam es wie es kommen musste, beim Wenden auf engsten Raum touchierte ich eine Mauer, die sich dies nicht gefallen liess und teilweise einstürzte. Schnell war das halbe Dorf zusammengekommen, alle sprachen perfekt Suaheli, der einzige der nicht Suaheli sprach war natürlich ich. Aber aus den Gebärden und Geschnatter konnte man gut entnehmen, dass diese Mauer wohl einzigartig in Tansania sei und auf der Liste zur Aufnahme ins UNESCO Weltkultur Erbe gestanden habe. Dementsprechend waren die hohen Schadensersatzforderungen, sie bewegte sich in zehntausenden, gottseidank Tansanische Schillinge und nicht US$. Der Schaden bei uns hielt sich dank der stabilen Alpha Cab Kabine im Rahmen, eine Beule an der Staukiste hinten sowie einige tiefere Kratzer an der Kabinanwand waren unsere Schäden. Wir einigten uns auf 70k davon, was in etwa 28.-CHF entsprach. Bezahlen und abhauen, runter gings den Rumpelpfad wieder auf die Hauptstrasse, der Verkehr war nicht weniger geworden, im Gegenteil. Die tansanischen LKW Fahrer verfügen vermutlich über implantierte Nachtsichtgeräte, mehr als die Hälfte fuhr ohne Licht, dies bei völliger Dunkelheit. Es wurde uns zu gefährlich und so quartierten wir uns an der Hauptstrasse in einem Hotel ein, es hatte fünf güldene Sterne an der Fassade und kostete umgerechnet 16.50 CHF für uns beide. Nach einer unruhigen Nacht machten wir uns auf die Suche nach der Farm und fanden durch Zufall eine andere Kaffeefarm mit Camping, wo wir auch unsere Freunde aus Deutschland wohlauf fanden. Eine wunderschöne Location in den Hügeln, zahlreiche Aktivitäten sind hier möglich und wir beschlossen, einige Tage hier zu verbingen. Zumal dieser Platz über ein gutes Restaurant, einen Pool und annehmbare Sanitäranlagen verfügt. Eine geführte Wanderung durch die Kaffeeplantage gab uns gute Einblicke in die aufwendige Prozedur der Kaffeeproduktion, die Farm hier produziert ca. 160 Tonnen Kaffee pro Jahr, vorwiegend der Sorte Arabica die hier auf dieser Höhe von etwa 1200m ü.M. bestens gedeiht. Kunden der Utengule Farm, die übrigens im Besitz von Schweizern ist, sind unter anderen auch Starbucks. In der Erntezeit hat die Farm um die 500 Pflücker, die Entlöhnung ist pro 20kg gepflückten Kaffebohnen ca. 1500 TSH, was in etwa 0.6 CHF entspricht. Mit unseren deutschen Freunden machten wir tagsdarauf eine Wanderung zum 2600m hoch gelegenen Ngoshi Kratersee, dem zweitgrössten Kratersee Afrikas. Durch dichten Regenwald ging es hoch zum Aussichtspunkt mit einer nahezu zerstörten Aussichsplattform. Es besteht ein sehr steiler Weg an den See runter, ein Begehen wird jedoch nicht unbedingt empfohlen, da sich am See plötzlich unterirdisch gelagerte Gase (Co2) freisetzen können. Zudem soll sich der Legende nach eine riesige, zwölfköpfige Schlange im See befinden, Loch Ness lässt grüssen. Die Wolken verdichteten sich, Donnergrollen war zu hören und so machten wir uns langsam auf den Rückweg, um in Mbeya noch SIM Karten zu kaufen und Getränkevorräte zu ergänzen. Der Erwerb von SIM Karten war etwa so zeitraubend wie ein afrikanischer Grenzübertritt, aber nach 2 Stunden war auch dies erledigt.



Das Einkaufen ist in Tansania etwas anders, Supermärkte mit vollem Sortiment, wie wir sie bisher in grösseren Städten angetroffen haben, gibts in Tansania nicht (zumindest haben wir sie bisher nicht angetroffen und Mbeya ist eine Millionenstadt). Eingekauft wird hier vorwiegend auf den farbenfrohen Märkten, die überall zu finden sind. Alkoholische Getränke findet man vorwiegend in den Bottle Stores, die in der Regel auch gut sortiert sind. Weiter sind wir in nordöstlicher Richtung gefahren und fanden ein ansprechendes Camp auf einer alten Farm, die ein Restaurant und einen Campingplatz als Nebenerwerb betreiben. Viktor‘s und Kai‘s Geburtstag feierten wir bei einem guten Nachtessen mit Geburtstagstorte und einigen Brandys mit Cola. Wir beschlossen, gemeinsam den Ruaha NP zu besuchen, der mit einer Fläche vom 21‘000 km2 der grösste NP Tansanias ist. Wie gewohnt wurden auch hier kräftigst zu Ader gelassen, alleine der Preis für unseren Toyo (über 3T Gesamtgewicht) hätte 200.- US pro Tag gekostet! Dazu 30.- US pro Person und Tag plus nochmals 30.- US pro Person und Tag für Camping. Mit Viktors deutschem Fahrzeugausweis und viel Überredungskunst und etwas Geflunker konnte ich den Ranger überzeugen, das unser Toyo ein Federgewicht sei und lediglich 1970kg wiege. Trotztem, es ist Wahnsinn, wie in Zimbabwe, Zambia und Malawi die Touris gemolken werden. Aber der Park ist wunderschön und mit grossem Tierreichtum gesegnet. Nach einer Übernachtung im Park verabschiedeten wir uns von unseren Freuden, die weiter in Richtung Arusha fahren während wir Richtung indischem Ozean tuckern werden. Ab dem 4 Dezember haben wir für eine Woche ein schönes Hotel auf Zanzibar reserviert und wollen uns etwas vom Reisestress erholen, bevor es dann weiter nach Kenya geht. Schöne Vorweihnachtszeit und bis bald auf diesem Kanal.









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