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  • ubachofner

Malawi,das warme Herz Afrikas

Aktualisiert: 15. Nov.

Nach 2 Tagen in der Haupstadt Lilongwe mit Sighseeing, sehr viel gab es allerdings nicht zu sehen, machten wir uns gemächlich auf den Weg in Richtung Blantyre. Der Süden von Malawi ist sehr moslemisch geprägt, was allerdings nicht an der Kleidung der Bewohner sichtbar ist, vielmehr säumten zahlreiche kleine und kleinsten Moscheen den Weg, von denen aber soweit wir gesehen haben, keine über die sonst üblichen HiFi Beschallungsanlagen an den zierlichen Türmen verfügte. In Dedza, circa auf halbem Weg nach Blantyre war im Ilona Hupe Reiseführer eine Pottery beschrieben, die sehenswert sein soll, also haben wir einen Stop eingelegt um dieselbe zu besichtigen. Die relative grosse Töpferei fabriziert in Handarbeit diverse Tassen, Schüsseln, Teller und andere praktische Haushaltartikel. Das angeschlossene Restaurant lud zu einem Imbiss ein und der auf dem Gelände angesiedelte Campingplatz war annehmbar, so beschlossen wir eine Nacht hier zu verbringen. Die Pottery bot für wenig Geld Töpferkurse an und da wir beide des Töpferhandwerks unkundig sind, beschlossen wir, so einen Kurs zu belegen. Man weiss ja nie, ob sowas mal gebraucht werden kann. Der Kursleiter hatte Geduld mit uns und so fabrizierten wir während einer Stunde einige Becher, kleine Schüsseln und andere, nicht zu definierenden Gebilde. Leider konnten wir die Kunstwerke nicht mitnehmen, da der Lehm zuerst getrocknet werden muss, bevor er anschliessnd gebrannt werden kann. Der ganze Prozess dauert ca. 6 Wochen, solange konnten wir natürlich nicht warten. Ich bin mir aber sicher, dass unsere wohlgeformten Objekte auf dem Markt Spitzenpreise erzielen werden. Bis nach Blantyre war es dann nicht mehr weit und wir beschlossen, gleich in Richtung Majete Wildlife Reserve weiterzufahren. Unterwegs fanden wir noch eine Tankstelle, die Diesel hatte und so füllten wir die Tanks wieder auf. Die N’gona Lodge, die von einer sehr netten Dame (Monika) aus Österreich geführt wird, hatte eine sehr schön gelegene Campsite direkt am Shire River und gleich neben dem Swimmingpool frei. Leider wurde im Januar die Lodge durch einen heftigen Zyklon, der beim etwas oberhalb gelegenen EW einen Dammbruch und eine damit verbundene Flutwelle verursachte, ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Auch sind ganze Dörfer weggespült worden, Todesopfer waren auch zu beklagen. In der Lodge waren 3 Ingenieure aus Südafrika, Frankreich und Neuseeland anwesend, die den Wiederaufbau des Staudammes planen. Es wird mit 3-4 Jahren Bautätigkeit gerechnet, bis alles wieder funtionsbereit sein wird. Das Essen in der Lodge war übrigens hervorragend, das Gulasch (Ursula) und das Gordon Bleu waren perfekt zubereitet und der Apfelstrudel, ein Gedicht. Es hat am späteren nachmittag etwas geregnet, es wurde heiss und uneträglich feucht, so beschlossen wir, auf einen Gamedrive im Reservat zu verzichten (es kommen ja noch zahlreiche NP‘s) und so verzogen wir uns ins höhergelegene Blantyre und machten dort etwas Sighseeing.



Es standen nun die Mulanje Bergmassiv auf dem Programm, wo sich mit 3002m der höchste Berg Malawis befindet. Die Fahrt dahin war wunderschön, immer auf etwa 1200m schlängelte sich die gute Strasse durch endlose Teeplantage, durchsetzt mit wunderschön blühenden Bäumen. Das Huntingdon House von 1920 inmitten der 840ha grossen Plantage Satemwa Tea von 1920 wurde in ein Hotel umgewandelt und zählt zu den beste Hotels in Malawi. Nach dem Motte „man gönnt sich ja sonst nichts“ haben wir uns dort in einer der 5 individuell in alten Kolonialstil eingerichteten Suiten einquartiert. Die Plantage ist riesig und beschäftigt zur Haupterntezeit bis zu 2500 Arbeiter. Die Ausrichtung der Plantage ist auf Fairtrade ausgerichtet, die Plantage unterhält ein Krankenhaus und mehrere Schulen für die Angestellten. Das Holz für die Befeuerung der Öfen kommt auch aus eigener Waldbewirtschaftung, auf 400ha werden vorwiegend Eukaliptusbäume gepflanzt. Die Teedegustation war sehr interessant, 15 verschiedene Teesorten, die übrigens alle von den gleichen Teesträuchen gewonnen werden und sich nur in der Art der Verarbeitung unterscheiden, konnten wir probieren. Das Abendessen im Hotel in gediegener Ambiance war ein Gedicht, ebenfalls das am anderen Morgen auf unserer Terrasse servierte Frühstück. Die Mulanje Berge erreichten wir nach knapp 2 Stunden und fanden ein schönes Camp inmitten der Berge. Zahlreiche Guides boten penetrant ihre Dienste an und wollten uns unbedingt auf eine 3-4 Std. Wanderung zu irgendwelchen, vermutlich ausgetrockneten Wasserfällen lotsen, dies bei 35 Grad. Wir lehnten dankend ab und machten einen kurzen Spaziergang zu den Pools, es war fast wir im Maggiatal, herrliches Wasser lud zum Bade ein. Unser nächstes Ziel, das Zomba Plateau erreichten wir tags darauf am Mittag. Die aussichtsreiche Fahrt auf das Plateau, welches auf über 1500 Meter liegt, führte Anfangs auf gutem Asphalt zum See hoch, dann wurde es so richtig offroad, grosse Steine und zweifelhafte Holzbrücken erschwerten das vorwärts kommen. Unterwegs waren viele Einheimische, zu Fuss und mit dem Fahrrad, die Holz transportierten. Es ist unglaublich, was die Leute, meistens Frauen für Lasten auf ihrem Kopf tragen, dies über weite Strecken. 2 Mädels fragten wir, ob wir das Holz mal anheben dürfen, ich schätze das die Holzbündel an die 50kg wiegen!! Das Holz wird gebraucht um zu Kochen oder Trinkwasser herzustellen. Die Schattenseite des Ganzen ist, in ganz Malawi sind sehr viele Berghänge komplett abgeholzt. Meines Erachtens sollte man die Klebeaktivisten bei uns mal dazu ermutigen, sich in Lilongwe oder Blantyre auf die Hauptstrasse zu leimen um gegen das Abholzen ganzer Landstriche zu demonstrieren. Was uns auch aufgefallen ist, das die meisten Landcruiser und natürlich immer die allerneuesten, die wir bisher in Malawi gesehen haben irgendwelchen NGO‘s gehören, Toyota würde vermutlich nur halb soviel Landcruiser verkaufen, wenn es keine NGO‘s geben würde. Anyway, wir wollen nicht grübeln, wir haben ein nettes Camp in Zomba gefunden, die Casa Rossa die von einem Italiener aus Varese seit 15 Jahren geführt wird. Das Essen, insbesondere die Pizza‘s sind hervorragend. Die frisch gepflückten gelben Himbeeren und die Walderdbeeren, die wir am Strassenrand gekauft haben, schmeckten ebenfalls sehr gut.



Wettermässig merkt man nun die herannahende Regenzeit, gerade hier in den Bergen nimmt die Bewölkung zu, zwischendurch hört man Donner und während der Nacht erhellt der eine oder andere Blitz den Nachthimmel. Bis auf einige wenige Tropfen haben wir aber bisher keinen Regen gehabt. Der Malawisee, unser nächstes Ziel liegt nur noch einige Fahrstunden entfernt, die nächsten News werden dann von diesem See mit Karibik Feeling folgen. Bis dahin, bleibt gesund.

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