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  • ubachofner

One Zambia, one Nation



Sambia, vormals Nordrhodesien und seit 1964 unbhängig gilt als eines der friedlichsten aber auch ärmsten Ländern im südlichen Afrika. Sambia ist Neuland für uns und wir waren sehr gespannt darauf. Es herrscht immer noch Regenzeit, dementsprechend sind viele Parks auch mit Allradfahrzeug leider nicht passierbar. Einige der Sehenswürdigkeiten wollten wir uns trotzdem nicht entgehen lassen und reisten über Kazungula in Sambia ein. Bis vor einigen Jahren ging dies nur per Fähre und galt als einer der chaotischsten Grenzübergänge in Afrika. Seit Mai 2021 gibt es nun eine Brücke und die Einreise nach Sambia verlief problemlos und nach afrikanischen Verhältnissen sehr schnell (knappe 3 Stunden). Livingstone erreichten wir nach kurzer Fahrt und machten uns auf die Suche nach einem Camp für die nächsten Tage. Der Besuch der Viktoriafälle war toll, der Sambesi führte viel Wasser und die Fälle waren demensprechend imposant. Der Rundweg gab immer andere Perspektiven auf die Fälle frei, durch das viele Wasser war die Gischt gewaltig und wir waren nass bis auf die Knochen. Ein Sundowner im luxuriösen Royal Livingstone Hotel durfte auch nicht fehlen, ein sensationelles Hotel an bester Lage am Sambesi. Der Besuch im Livingstone Museum war auch interessant und sehr gut gemacht. Neben dem Leben und Wirken von David Livingstone wird auch die Geschichte Sambias sehr eindrücklich dargestellt.


Der Lake Kariba ist ein riesiger Stausee, mit einer Fläche von über 5500 qkm soll er der grösste Stausee der Welt sein. Auf dem Weg nach Lusaka übernachteten wir 2 mal direkt am See bei sehr hohen Temperaturen und extremer Luftfeuchtigkeit. Ein Besuch des Staudammes entpuppte sich als kleiner Reinfall, da der Damm auf dem Grenzgebiet zu Zimbabwe liegt, mussten wieder mal Formulare ausgefüllt werden, natürlich kostenpflichtig. Noch ein Eintrag am Zoll mit woher und warum und weshalb in die in Afrika allgegenwärtigen dicken Bücher und dann konnten wir zum Damm fahren. Naja, ein zweites Mal würden wir da nicht mehr hingehen.

Eine auf der T4A Karte eingezeichnete Offroadstrecke entpuppte sich nach 40km als undurchdringbares Dickicht, also Sackgasse. Wir sind noch zu Fuss durch das Dickicht, es hätte aber Motorsägen gebraucht um uns den Weg freizuschneiden. Am Wendepunkt fanden wir Einheimische, die gerade eine verletzte Kuh auf einen Pickup verladen wollten. War brutal anzusehen. Wir halfen dann mit einem Greifzug von Andreas die Kuh wenigstens einigermassen human zu verladen. Entwicklungshilfe mal anders.

In Lusaka wollten wir den fälligen Ölwechsel machen. Auf Empfehlung von unserem Gastgeber Harry (Lukasa Campsite) gingen wir zu Dan Whyllie, der eine Werkstatt in Lusaka betreibt. Er stellte fest, dass das vordere linke Radlager etwas Spiel hatte. Also liessen wir die vorderen Radlager wechseln und die Vorderachse neu abdichten, ein Kreuzgelenk an der Kardanwelle ersetzen und wenn man schon dran ist, noch schnell das vordere Differenzial runter und überprüfen. Dann alle Öle und Filter wechseln und noch das Fahrwerk abschmieren. Nach 2 Tagen war alles fertig und dies zu einem äusserst fairen Preis, obwohl nur originale Toyota Teile zum Einsatz kamen.

Weiter gings nordwärts an der Grenze zur DCR entlang. Unterwegs machten wir mit unseren Freunden aus Österreich einen Abstecher zum Livingston Memorial. Dort sei Livingston gestorben und sein Herz soll dort begraben sein. Die Piste dahin war eine teilweise üble Schlammpiste und prompt haben wir auf dem Rückweg beide Fahrzeuge versenkt. Der Toyo war hinten rechts bis auf das Chassis eingesackt und war in einer massiven Schräglage. Das ganze nahe Dorf lief zusammen und es wurde geschaufelt was das Zeugs hält. Nach drei Stunden waren die beiden Autos wieder befreit. Die Woche vorher seien 2 Südafrikaner an der gleichen Stelle versackt, dort brauchte es dann aber 2 Tage, bis die draussen waren. Da haben wir ja noch Glück im Unglück gehabt. Jetzt befinden wir uns am Lake Bengwelulu direkt an einem schönen Sandstrand und reinigen Klamotten und Fahrzeuge von der gestrigen Schlammschlacht.

In der Nacht kamen hier sehr heftige und imposante Gewitter auf inkl. Blitzeinschlag gleich neben dem Toyo. Laut Wetterbericht soll die instabile Lage noch etwas anhalten, bis es dann besser werden sollte.

Der Plan ist jetzt, bis zum Tanganika See hochzufahren wenn es das Wetter erlaubt und dann gehts langsam wieder südlich. Da uns Sambia mit den schönen Landschaften und den freundlichen und herzlichen Leuten sehr gefällt, haben wir beschlossen Malawi erst bei der nächsten Reise zu besuchen und noch einige Zeit hier zu verbringen. Die Rückkehr in die Schweiz haben wir nun auf Mitte/Ende April festgelegt, also bleibt uns noch etwas Zeit. Bis bald!





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